Alban Dechelotte, der Coca-Cola Marketingmanager für Nordwest- und Nordeuropa, stand uns in einem Interview Rede und Antwort. Wir haben natürlich nachgefragt, was Coca-Cola im Speziellen unternimmt um die Marke signifikant von anderen abzuheben. Dabei hat uns auch der Bereich der akustischen Markenführung interessiert. Ausschnitte des Interviews finden Sie hier:

ACG: Welche sind die wichtigsten Werte die CocaCola vermitteln will?

Alban Dechelotte (AD): Happiness und Gemeinsamkeit.

ACG: Wie würden Sie der verschiedenen Zielgruppen bzgl. Getränkesparten erklären?

AD: Als Unternehmen hat Coca-Cola vielfältige Getränke und daher nicht nur eine Zielgruppe. Als Beispiel wurde dieses Jahr ein neues Produkt hergestellt mit der genauen Zielgruppe: 30+ Jahren. Mit den verschiedenen Produkten versucht Coca-Cola alle Zielgruppen anzusprechen. Die wichtige Zielgruppe aber ist die der normalen roten Coke: Die Teenager.

ACG: Welche Kamppagen war für Sie persönlich die Beste bzw. Erfolgreichste von CocaCola?

AD: Die „share a coke – teile deine Coke“ Kampagne mit den personalisierten Namen.

ACG: Welchen Stellenwert nimmt das Soundbranding bei Coca Cola West und Nord ein? Wie wichtig ist Musik für Coca-Cola?

AD: Musik ist ein sehr wichtiges Thema für uns. Das Wichtigste ist natürlich das Soundlogo am Ende jeder Kampagne. Das Soundlogo ist essentiell und nicht mehr wegzudenken. Aber auch Musik spielt eine wichtige Rolle. Wir arbeiten in dem Fall mit einer so genannten „Musik-Bibel“ für jedes Produkt und jede Marke. Diese gibt die Richtung der kreativen Kampagnenentwicklung an, um eine Gesamtheit zu erstellen. In dieser Bibel sind die Musikstile, die Umsetzung und das Panorama festgelegt (zum Beispiel ob live oder unplugged).

ACG: Ändert sich das musikalische Markenkonzept bezüglich Social Mediakanälen?

AD: Digital ist ein großer Teil für uns. Zum Beispiel sind wir Kapitalinhaber/-teilhaber von Spotify, da wir denken, dass Streaming von Musik ein wichtiger Punkt für unsere Konsumenten ist. Wichtig ist, dass die Follower auf Twitter, Facebook und auch auf Youtube unsere ‚Brand advocates’ sind, welche unsere Information nach Außen tragen. Da sie dem Markt folgen, haben sie eine bestimmte Beziehung mit uns und diese heißt es zu pflegen. Mit dem Ziel, dass diese Follower den Social Media Inhalt dann auf ihren Profilen teilen und er so bekannt wird.

ACG: Sie haben ja soeben gesagt, dass Social Media immer wichtiger wird für Coca-Cola, gerade für die ‚Brand advocates’. Gleichzeitig gehen heutzutage immer mehr Leute über die ‚mobile devices’ ins Internet und soziale Netzwerke gewinnen so an Bedeutung. Unsere Frage ist jetzt, wie Coca-Cola gegenüber anderen Marken dem User gewährleistet, immer innovativ und ein Pionier zu sein?

AD: Wir bei Coca-Cola haben eine Methode entwickelt um immer innovativ zu sein. Die so genannte 70:20:10 – Methode. Das heißt, dass wir 70% unserer Ressourcen bzw. unseres Budgets in Maßnahmen investieren, die in jedem Fall unsere Kunden erreichen (über Social Media und digital). Ebenso investieren wir 20% unserer Ressourcen in neue Bereiche. Wir haben in diesen Bereichen schon unser Ziel erreicht, müssen sie jedoch fertigstellen um zu testen ob wir über diese Zielgruppe auch ein höheres Ziel erreichen können. Die letzten 10% investieren wir in Bereiche bei denen wir denken, dass diese in der Zukunft erfolgreich sein könnten. Dort haben wir noch keine ROI-Perspektiven (Return on investment) und nutzen diese nur um zu lernen. Zusätzlich forschen und analysieren wir ob diese Maßnahmen ein Ziel erreichen könnten. Ein gutes Beispiel ist die Investition in Youtube. Sollten wir diese in naher Zukunft umsetzen, dann ist eine gründliche Analyse die Basis jeder Investition.

ACG: Und wenn Sie jetzt in die Zukunft blicken. Was denken Sie was sich an der Kommunikation zwischen Coca-Cola und den Kunden z.B. im Social Media Bereich ändert? Wie ändert sich die Kommunikation, oder wird sie sich überhaupt ändern? Oder ist das was Coca-Cola macht, aus Ihrem Blickwinkel, schon das Optimale?

AD: Optimal wird es niemals sein. Wichtig wird es sein in Zukunft die Marke Coca-Cola über ‚Connected Devices’ zu verknüpfen, wo wir durch das Produkt und nicht nur durch Kommunikation Wirkung erreichen können. Es gibt Programme im Internet die den Menschen zeigen, wieviel Kalorien sie am Tag mit Sport verbraucht haben (Bsp.: Messfit). Ähnlich dem Programm von Nike werden wir in Zukunft nicht nur Produkte anbieten, sondern auch Dienstleistungen. Das ist der Bereich der so genannten ‚Brand Utility’.

ACG: Es wird sehr viel mehr auf den Kunden zugeschnitten, oder?

AD: Ja, aber wie immer ist die Zukunft ist nicht ganz klar. Wir haben so viele Konsumenten, dass wir nicht auf jeden Einzelnen eingehen können. Momentan sind wir noch sehr linear in der Werbung. In Zukunft werden wir immer mehr Kooperationen (wie z.B. mit Youtube) haben um den Kunden zu erreichen.

ACG: Denken Sie dass Klang für Coca-Cola eine wichtige Rolle spielt?

AD: Ja natürlich. Der Klang und die Musik sind essentiell für das gesamte Branding einer erfolgreichen Marke.

ACG: Grüne Coke mit Stevia. Wie sieht die Soundworld dieser Coke in der Zukunft aus?

AD: Das ist eine sehr aktuelle Frage. Momentan debattieren wir noch über den richtigen Weg. Es gestaltet sich als sehr schwer, unterschiedliche Marken zu bauen, wenn die Dachmarke Coca-Cola ist.

ACG: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dechelotte.

 

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Twitter: Alban Dechelotte
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